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Kitzbühel "Unser Ortsbild ist clean"

Autor: Gerhard Walter
09.02.2007

Im Kurier vom 28. Jänner 2007, Seite 34 wurde Stadträtin Gertraud Rief wie folgt zitiert:
„Kitzbühel hat den Anspruch, reich, jung und schön zu sein. Und wenn man durch die Stadt geht, fällt auch auf, dass es keine Rollstühle gibt. Ist jemand mit Krücken unterwegs, hatte er einen Sportunfall. Es sind auch keine Menschen mit Behinderung auf der Straße. (...) Unser Ortsbild ist clean.“

Presseaussendung SLI:

Wenn Stadträtin Rief zum Ausdruck bringen wollte, dass die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung in Kitzbühel so schlecht ist, dass jene Personengruppe in der Öffentlichkeit nicht wahrnehmbar ist, hat die Stadt Kitzbühel ein massives Problem und dringenden Handlungsbedarf. Wer eine Stadt der Vielfalt will, muss unter anderem Maßnahmen setzen, um Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben sicher zu stellen.
„Von Bürgermeister Dr. Klaus Winkler erwarten wir, öffentlich Stellung zu beziehen“, stellt Gerhard Walter, Bereichsleiter Interessenvertretung von Selbstbestimmt Leben Innsbruck fest.

Man kann die Kritik der produzierten Künstlichkeit teilen, sie darf aber nicht auf Kosten der Frauen und Männer mit Behinderung gehen.
„Wenn wir davon ausgehen, dass Frau Rief richtig zitiert wurde, ist die Wortwahl ihrer Aussage auf jeden Fall diskriminierend. Die Stadträtin setzt Menschen mit Behinderung in Gegensatz zu den Attributen reich, jung, schön und clean und verfestigt somit ein anachronistisches Bild von Behinderung. Das ist eine Geisteshaltung , die inakzeptabel ist. Wir fordern von ihr eine Klarstellung in allen relevanten Medien“, so Gerhard Walter weiter.

Schreiben von Bürgermeister Dr. Klaus Winkler an SLI:

"Ich darf Ihnen dazu mitteilen, dass ich mich über diesen Artikel außerordentlich geärgert habe. Nicht nur, dass dieser Artikel völlig am tatsächlichen Bild der Stadt Kitzbühel vorbeiberichtet, viel mehr er noch diskriminierend die Beziehung zwischen der Stadtgemeinde Kitzbühel und behinderten Menschen darstellt. Dies ist auf das Schärfste zurückzuweisen und entspricht in keinstem Fall den wirklichen Verhältnissen.
Die Darstellung der Stadt Kitzbühel wie auch die Zitate von Frau Stadträtin Rief sind falsch. Diese Aussagen gehen derart an der Realität vorbei, dass ich sie gar nicht weiter kommentieren will. Ich kann Ihnen auf jeden Fall zusagen, dass die Stadtgemeinde Kitzbühel stets mit großem Respekt aber auch mit großen Anstrengungen bemüht ist, den behinderten Menschen einen schönen Lebensraum zu ermöglichen. Als Beispiel darf ich nur anführen, dass die Stadtgemeinde Kitzbühel derzeit den Umbau des Rathauses plant, welcher eine behindertengerechten Zugang des Rathauses für Menschen mit Behinderung ermöglicht."

Presseaussendung SLI vom 31. Jänner 2007 Word-Datei (320 KB):
Presseaussendung

Kurier, Ausgabe: 28. Jänner 2007 Seite 34 und 35:
Seite 34, PDF (968 KB)
Seite 35, PDF (1 MB)

Medienecho:
Die NEUE, Ausgabe: 1. Februar 2007, Seite 11
PDF (292 KB)
Kurier, Ausgabe: 3. Februar 2007
PDF (256 KB)

Mehr Information zum Thema finden Sie hier:
BIZEPS: Rief: "Ich bin zutiefst getroffen"
BIZEPS: Sauberes Kitzbühel, ÖAR fordert öffentliche Klarstellung und Entschuldigung ...:
BIZEPS: "Unser Ortsbild ist clean", SLI fordert öffentliche Stellungnahme ...
BIZEPS: Haidlmayr: Riefs Aussagen zu Menschen mit Behinderungen zutiefst widerlich
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