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Gleichstellung von Menschen mit Behinderung – Ländervergleich zwischen den USA und Österreich

Autor: Gerhard Walter
03.10.2006

Bild: Parlament Wien Anhand eines Ländervergleichs zwischen den USA und Österreich wurde das brennende Thema am 27. September 2006 im Zukunftszentrum Tirol beleuchtet und diskutiert. Die Informations- und Diskussionsveranstaltung war Teil der Reihe "Dialoge zu Selbstbestimmung und Chancengleichheit". Die Veranstaltung wurde sowohl auf Deutsch als auch in Österreichische Gebärdensprache übersetzt und vom Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz gefördert.

Wenn auch die USA was die soziale Absicherung anbelangt, viel von Österreich lernen könnten, sind sie was die Gleichstellung behinderter Menschen anbelangt Vorreiter und weltweit führend.

Bild: Foto vom Publikum

Die Veranstaltung wurde eingeleitet mit Impulsreferaten von Bill Bruckner, langjähriges Mitglied der US-amerikanischen Behindertenbewegung, sowie von Martin Ladstätter, Gleichstellungsexperte vom Verein BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben, Wien.

"In Österreich wurden dem neuen Gesetz von einem guten Vorschlag ausgehend – an dem die österreichische Selbstbestimmt Leben Bewegung maßgebend beteiligt war – im weiteren Gesetzwerdungsprozess alle Zähne gezogen. Was übrig blieb ist, ein schwaches Regelwerk, ohne ausreichende Rechtssicherheit für die Betroffenen das sich nur auf die Bundeskompetenzen bezieht und wesentliche Lebensbereiche die in die Kompetenz der Länder und Gemeinden fallen – wie z.B. Baugesetze oder Bildung – ignoriert"
erklärt Gleichstellungsexperte Martin Ladstätter.

"Das ist in den USA ganz anders. Das ADA (Behindertengleichstellungsgesetz in den USA, "The Americans with Disabilities Act-ADA of 1990") regelt bundesweit einerseits ganz klar was unter Barrierefreiheit zu verstehen ist und bietet andererseits den Betroffenen Rechtssicherheit. Sowohl in der Infrastruktur als auch in der Bildung ist es in den USA gelungen, eine weitgehende Gleichstellung behinderter mit nichtbehinderten Menschen umzusetzen.
Wir haben keine Sonderschulen, flächendeckende Benutzbarkeit von Gebäuden und Verkehrsmitteln aller Art für mobilitätseingeschränkte Personen, barrierefreie Informationstechnologien für sinnesbehinderten Menschen und vieles mehr. Alle Dienstleistungen im öffentlichen und privaten Bereich sind von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen nutzbar"
erklärt Bill Bruckner aus Berkeley, USA.

Im Anschluss fand ein offener Dialog und eine rege Diskussion zwischen den Experten und prominenten Tiroler JournalistInnenen (Anita Heubacher - Tiroler Tageszeitung, Andrea Sommerauer - Bezirksblätter Tirol, Hannes Schlosser - Der Standard, Erhard Berger - ORF Landesstudio Tirol) und dem Publikum statt.

Bild: Foto vom Publikum

Das Interesse an der Veranstaltung war sehr groß, was die Teilnahme von mehr als 100 Personen bestätigte.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: www.bizeps.or.at www.zukunftszentrum.at

 

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