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Aktuell
Wir brauchen bedarfsgerechte Persönliche Assistenz bis zu 24 Stunden täglich
Autor: Gerhard Walter
26.05.2006

Seit ca. 2 Jahren hat die Sozialabteilung des Landes festgelegt, dass die Persönliche Assistenz nicht teurer sein darf als die fiktiven Kosten einer stationären Unterbringung. Während es früher für Menschen mit Behinderung, die einen hohen Assistenzbedarf hatten noch möglich war bis zu 360 Stunden pro Monat zu konsumieren, wurde nun eine absolute Deckelung von 250 Stunden pro Monat eingeführt.
Das heißt, dass das Angebot der Persönlichen Assistenz immer mehr nur für jene Menschen mit Behinderung in Frage kommt, die einen geringeren Unterstützungsbedarf haben und für die das Land in einem Heim mehr bezahlen müsste. Vom ursprünglichen Beschluss von Bund und Land „ambulant vor stationär“ sind wir weiter entfernt denn je. Von einer Wahlmöglichkeit kann keine Rede mehr sein. Dies widerspricht der Autonomie und der Selbstbestimmung von Menschen, die wegen ihrer Einschränkung ein hohes Maß an Hilfe benötigen und die unabhängig von ihren Familien und Freunden ihren Alltag bewältigen wollen.
Was wir brauchen ist bedarfsgerechte Persönliche Assistenz, die sich auf die individuelle Situation der Menschen mit Behinderung bezieht. Manche behinderte Menschen benötigen bis zu 24 Stunden Assistenz täglich. Einige europäische Länder haben dies bereits umgesetzt, und die Bestrebungen von anderen Bundesländer (z.B. Wien und Oberösterreich) gehen in diese Richtung.
„Einige KonsumentInnen von Persönlicher Assistenz in Tirol bzw. ihre Angehörigen werden durch diese Engstirnigkeit der Verwaltung in prekäre und überlastende Lebenssituationen hineingetrieben. Es besteht die Gefahr, dass uns andere Bundesländer „rechts“ überholen, wo wir in Tirol bis dato die besten Voraussetzungen hatten“, weiß Hubert Stockner, Geschäftsführer von Selbstbestimmt Leben Innsbruck.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.bizeps.or.at
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